Initiative Cloud Services Made in Germany im Gespräch: Ralf Wigand, TechniData IT-Service GmbH

Seit kurzem ist die TechniData IT-Service GmbH Mitglied in der Initiative Cloud Services Made in Germany. Mit Ralf Wigand, Business Development Manager bei dem Karlsruher Unternehmen, unterhielten wir uns über die Cloud Computing-Strategie und die weitere Prognose für den deutschen Cloud Computing-Markt.


Frage: Sie haben sich als Lösungspartner an der Initiative Cloud Services Made in Germany beteiligt. Welche Cloud Services bieten Sie an?

Wigand: Unser Produkt „FlexCloud“ stellt virtuelle Rechenzentren zur Verfügung, in denen ein Kunde über eine Webschnittstelle innerhalb eines gemieteten Ressourcen-Umfangs an CPU und Hauptspeicher selbständig virtuelle Server erstellen, löschen oder pausieren kann. Virtuelle Server, die im Standby oder ausgeschaltet sind, belegen dabei keine CPU- oder Hauptspeicher-Ressourcen. Beispielsweise können in 8 GB Hauptspeicher und 2 vCPUs zwei Server mit je 4 GB Hauptspeicher laufen. Nach dem Herunterfahren eines der beiden Server können zwei neue Server mit je 2 GB starten. Die Kosten bleiben gleich, denn gemietet wurden nur die Ressourcen, nicht die Anzahl der Server.

Ein weiteres Produkt ist „Storage on Demand“. Hier wird in vier Güteklassen, die sich hinsichtlich Performance, Spiegelungsart und Verfügbarkeit unterscheiden, SAN-Storage per Fibrechannel, iSCSI oder WebDAV angeboten, der sich monatlich auf aktuelle Bedürfnisse anpassen lässt. In Kombination mit anderen Produkten wie FlexCloud oder Backup lässt sich hier ein vollständig dynamisches High-End-Rechenzentrum realisieren.

Weitere Produkte wie Project as a Service oder Monitoring as a Service werden ebenfalls angeboten.

Frage: Warum sollte sich ein Anwender nach Cloud Services „Made in Germany“ umschauen?

Wigand: Trotz gegenteiliger Beteuerungen diverser internationaler Cloud-Anbieter ist die Rechtslage nicht stabil, da der Einfluss auf ausländische Gesetzgebung doch sehr begrenzt ist. Außerdem schreibt deutsches Gesetz für bestimmte Datentypen eine Speicherung im deutschen oder zumindest EU-Raum vor.

Frage: In einer Befragung der Computerwoche bezeichnete ein Fünftel der Befragten die Idee einer „German Cloud“ als „Quatsch“. Wie stehen Sie zu dieser Aussage?

Wigand: Der Grundgedanke von Cloud Services ist eigentlich die Idee, Serviceleistungen für den Kunden anzubieten und ihm die flexible Anpassung dieser Leistungen zu ermöglichen ohne ihn mit Details zu belästigen. Davon ausgehend spricht nichts gegen eine „German Cloud“ oder „Karlsruhe Cloud“, zumal in einer solchen Cloud einheitliche, regional spezifische Parameter berücksichtigt werden können, wie gesetzliche Regelungen etc.

Versteht man unter der geforderten Flexibilität jedoch eine unlimitierte Kapazität an Ressourcen, dann macht es keinen Sinn, an mehreren Stellen solch große Kapazitäten vorzuhalten, eine „Karlsruhe Cloud“ stößt irgendwann an Grenzen, eine „Frankfurt Cloud“ ebenfalls, und dann eben auch mal eine „German Cloud“.

Frage: Welche Prognose stellen Sie für die zukünftige Entwicklung des Themas Cloud Computing in Deutschland auf?

Wigand: Es wird, gerade auch aus der Argumentation der letzten Frage heraus, eine Konsolidierung auf einige Anbieter stattfinden, deren Konzept Vorteile bietet, die sich von einem reinen „Riesen-Kapazitäts-Anbieter“ deutlich unterscheiden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Weitere Informationen zu TechniData IT-Service sind im Lösungskatalog verfügbar.

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