Initiative Cloud Services Made in Germany im Gespräch: Dr. Ralf Rieken, Geschäftsführer Uniscon GmbH

Seit kurzem ist die Firma Uniscon aus München Mitglied in der Initiative Cloud Services Made in Germany. Aus Anlass des Beitritts stand uns der Geschäftsführer des Unternehmens, Dr. Ralf Rieken, für ein kurzes Interview zur Verfügung.

Frage: Sie haben sich als Lösungspartner an der Initiative Cloud Services Made in Germany beteiligt. Welche Cloud Services bieten Sie an?

Dr. Rieken: Die Uniscon GmbH betreibt den Dienst IDGARD. IDGARD sichert Unternehmen Compliance im Internet. Wichtige Funktionen des Dienstes sind

  • Versiegelter Online-Speicher für mobilen Zugriff auf geschäftliche Unterlagen
  • Versiegelter Austausch vertraulicher Unterlagen mit Kunden, Partnern und Lieferanten
  • Versiegelte Arbeitsbereiche für firmenübergreifende Teams

Daneben gibt es Dienste zum Management von Web Accounts, Single-Click-Sign-on zu Web Diensten sowie Schutz gegen Beobachten des Webverkehrs der Nutzer.
Unsere Cloud Angebote basieren auf einer eigenen Sicherheitstechnologie – Sealed Cloud. Die weltweit patentierte Sealed Cloud Technik versiegelt das Data Center mit technischen Maßnahmen und schützt die Kundendaten auf einzigartige Weise soweit, dass selbst wir und unsere IT-Mitarbeiter als Betreiber des Dienstes völlig vom Zugriff auf Daten der Kunden ausgeschlossen sind.

Wir werden unsere Sealed Cloud Technologie anderen Cloud Anbietern ebenfalls zur Verfügung stellen. Daran arbeiten wir mit Partnern wie Fraunhofer AISEC und SecureNet.

Frage: Warum sollte sich ein Anwender nach Cloud Services „Made in Germany“ umschauen?

Dr. Rieken: Anwender haben viele wichtige Fragen an Cloud Anbieter, denn schließlich geht es um geschäftskritische Daten und Prozesse. Hinzu kommen gesetzliche Anforderungen bezüglich Compliance und Datenschutz. Cloud Services, die aus Deutschland heraus angeboten werden, müssen die strengen Datenschutzanforderungen nach dem Bundesdatenschutzgesetz und weiteren Regelungen erfüllen. Allein daraus resultiert bereits ein großes Maß an Sicherheit für die Anwender. Es versteht sich von selbst, dass für einen deutschen Anbieter die gleichen Gesetze und Regelungen gelten, mit denen der Anwender bereits vertraut ist. Anbieter aus anderen Regionen der Welt unterliegen den Gesetzen ihrer jeweiligen Länder. Diese können teilweise sehr überraschende und unerwartete Auswirkungen auf den Anwender und den Umgang mit seinen Daten haben.
Außerdem sind deutsche Anbieter natürlich sehr gut vertraut mit den Bedürfnissen und Anforderungen deutscher Firmen. Zusätzlich bringt die räumliche Nähe weitere Vorteile.

Frage:In einer Befragung der Computerwoche bezeichnete ein Fünftel der Befragten die Idee einer „German Cloud“ als „Quatsch“. Wie stehen Sie zu dieser Aussage?

Dr. Rieken: Für eine sachliche Betrachtung sollte man den Begriff „German Cloud“ zunächst klar definieren. Eine spezielle, proprietäre „German Cloud“ von deutschen Anbietern nur für deutsche Anwender würde nach unserem Verständnis dem Ziel von Cloud Computing nicht unbedingt dienlich sein.
Wir sehen im besonders ausgeprägten Bewusstsein für den Datenschutz und das Thema Privatsphäre einen Standortvorteil für Deutschland. Harte Anforderungen führen zu innovativen und leistungsstarken Lösungen. Deutsche Firmen können auf der Basis der Anforderungen aus dem eigenen Markt weltweit wettbewerbsfähige und führende Sicherheitstechnologie für Cloud Computing entwickeln. Die Möglichkeit einer Führungsrolle auf ausgewählten Gebieten der Informationstechnologie hat es schon lange nicht mehr in Deutschland gegeben. Wir verstehen unter „German Cloud“ Lösungen, die Cloud Computing bezüglich Datenschutz und Datensicherheit auf ein Niveau heben, dass dem Anspruch deutscher Unternehmenskunden entspricht.
Unser Unternehmen hat genau aus diesen Überlegungen heraus die Sealed Cloud Technologie entwickelt, die dann beispielsweise im „Trusted Cloud“ Programm des Bundeswirtschaftsministeriums im Wettbewerb mit 116 Konsortien erfolgreich war.

Frage: Welche Prognose stellen Sie für die zukünftige Entwicklung des Themas Cloud Computing in Deutschland auf?

Dr. Rieken: Wir sehen Cloud Computing am Anfang eines langen und erfolgreichen Entwicklungsweges. Unternehmen werden schrittweise Erfahrungen mit einzelnen Cloud Diensten sammeln und Applikationen und Prozesse mehr und mehr in die Cloud auslagern.

Vielen Dank für das Gespräch!

Weitere Informationen zu Uniscon sind im Lösungskatalog verfügbar, weitere Interviews mit Vertretern der an der Initiative Cloud Services Made in Germany beteiligten Unternehmen stehen in der Rubrik Schriftenreihen zum Download zur Verfügung.

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